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Endometriose: da Vinci Operationssystem Teil des Pilotprogramms ENDOPOWER

Die BARMER, die Uniklinik Köln sowie weitere Vertragspartner kooperieren in Nordrhein-Westfalen für eine neue, innovative und optimierte Versorgung für Patientinnen mit Endometriose oder Adenomyose. Die roboter-assistierte Chirurgie mit da Vinci Operationssystemen von Intuitive ist fester Bestandteil des bundesweit einmaligen Programms ENDOPOWER.

„Endometriose betrifft oft mehr Organe als die Gebärmutter", sagt Prof. Dr. Florin-Andrei Taran, Direktor der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Gynäkologische Onkologie der Uniklinik Köln. Darm, Blase, Harnleiter und Nerven können beteiligt sein. Je mehr Strukturen betroffen sind, desto mehr rückt die Frage in den Fokus, wie operiert wird. Hier kommt das da Vinci Operationssystem ins Spiel. Es bietet Operateurinnen und Operateuren eine hochauflösende 3D-HD-Sicht und extrem feine Instrumente. Selbst tief infiltrierende Endometrioseherde können so präzise entfernt werden.


Davon können ab sofort bei der BARMER versicherte Patientinnen mit Verdacht auf oder bereits diagnostizierter Endometriose oder Adenomyose in Nordrhein-Westfalen profitieren. Denn die roboter-assistierte Chirurgie mit den da Vinci Systemen ist in dem Besonderen Versorgungsvertrag (BV-Vertrag nach §140a) ENDOPOWER ein fester Vertragsinhalt. „Frauengesundheit und Versorgungsgerechtigkeit ist Intuitive ein großes Anliegen. Wir schätzen es sehr, dass wir im Rahmen des Vertrages mit unserer da Vinci Technologie einen Mehrwert für die Patientinnen bieten können“, so Tim Heisterkamp, Geschäftsführer von Intuitive.

Endometriose und Adenomyose: Was ist das genau?

Bei einer Endometriose wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutterhöhle. Bei einer Adenomyose wächst dieses Gewebe in die Muskelschicht der Gebärmutterwand hinein.

Eine Endometriose verläuft meist chronisch und schmerzhaft. Sie kann die Lebensqualität erheblich schmälern und sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken. Und sie ist keine Seltenheit. Laut dem aktuellen Arztreport der BARMER hat sich die Zahl der Frauen mit einer Endometriose-Diagnose in Nordrhein-Westfalen innerhalb von 20 Jahren mehr als verdoppelt, von rund 56.000 Betroffenen im Jahr 2005 auf etwa 121.000 im Jahr 2024 (Abbildung links: Kernergebnisse des Arztreports, BARMER, 08.07.2026, Arztreport Endometriose). Bundesweit zeichnet sich ein ähnliches Bild ab.



Was ist ENDOPOWER?

Die gesetzliche Krankenkasse BARMER, die Uniklinik Köln, das Medizinprodukteunternehmen Electro-Zeutika und teilnehmende gynäkologische Facharztpraxen realisieren mit ENDOPOWER eine „Besondere Versorgung“ nach § 140a SGB V. Teilnehmen können bei der BARMER versicherte Frauen aus Nordrhein-Westfalen mit Verdacht auf oder bereits diagnostizierter Endometriose oder Adenomyose.

Das Programm ist in verschiedene Schritte gegliedert. Am Anfang steht ein ausführliches ärztliches Gespräch an der Uniklinik Köln oder in einer teilnehmenden Facharztpraxis. Auf Basis der Befunde entsteht dann ein individueller Behandlungsplan, der bei Bedarf auch die Operation mit dem da Vinci Operationssystem beinhaltet.


Baustein in der individuellen Versorgung

Prof. Dr. Florin-Andrei Taran sieht in der roboter-assistierten Chirurgie gleich mehrere Vorteile für seine Patientinnen. Es lasse sich mit hoher Präzision arbeiten, die Methode sei organschonend und könne die Dauer des stationären Aufenthalts verkürzen. Noch ein für viele betroffene Frauen wichtiges Thema ist der Kinderwunsch. Das Verfahren kann dazu beitragen, die Fertilität zu erhalten und die Anzahl der notwendigen Eingriffe zu reduzieren. Das spezialisierte OP-Team plant und entfernt alle Herde möglichst in einer Sitzung.

Die Operationsmethode wird innerhalb des Programms nicht isoliert betrachtet. Sie ist ein Baustein eines Behandlungspfades, der auf die Betroffene zugeschnitten ist. Diagnostik, konservative Therapie und – falls nötig – der operative Eingriff laufen Hand in Hand. Die fachübergreifende Zusammenarbeit der einzelnen Behandlungsteams kann Zeit und Kosten sparen und den therapeutischen Erfolg steigern.



Informationen zum Programm, zu den teilnehmenden Praxen und zur Anmeldung gibt es hier: www.barmer.de/endopower

Quelle: Arztreport 2026, Endometriose – Trends und Risikofaktoren, bifg, BARMER Insitut für Gesundheitsforschung, März 2026.